Advent bedeutet Aufbruch zu Neuem

30.11.2025

Am Sonntag, 30. November 2025, hielt Bischof Thomas Wihler in der Gemeinde Ostermundigen den Gottesdienst zum 1. Advent. Als Grundlage diente das Bibelwort aus Jesaja 60, 2+3: "Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir......."

Zu Beginn des Gottesdienstes ging der Bischof darauf ein, dass die Adventszeit und Weihnachten für viele Menschen nicht mehr eine grosse Bedeutung haben. Es ist wichtig, diese Zeit bewusst zu begehen und niemals zu vergessen, dass Gott uns seinen Sohn sandte und damit ganz viel Gutes in diese Welt kam. Die damalige Verheissung im Bibelwort dürfen wir auf die Geburt Jesu beziehen. Denn ohne Jesus liegt die Welt im Dunkeln. Gott möchte uns aber mit seiner Zusage Mut und Zuversicht schenken. Denn dort, wo Jesus damals offene Herzen fand, konnte etwas Neues entstehen. Der Zöllner Zachäus hatte bei der Begegnung mit Jesus diesem sein Herz geöffnet, somit konnte Jesus bei ihm einkehren und eine neue Gesinnung bewirken. Wichtig ist, dass auch wir diese Einstellung haben, so dass neues Leben in uns heranwachsen kann. Die Adventszeit gibt uns eine ideale Gelegenheit, dies noch bewusster zu tun.

Jesu zu folgen, kann über unsere Angewohnheiten hinausgehen. Gewohntes ist häufig mit Sicherheit verbunden, dennoch ist es notwendig, dass wir uns weiterentwickeln. Sinnbildlich haben auch die Weisen aus dem Morgenland - als sie die Anzeichen von der Geburt Jesu vernahmen -  ihr bekanntes Umfeld verlassen. Somit stehen sie auch für den Aufbruch ins Unbekannte. Der Herr Jesus möchte uns ebenso ermutigen, Neues zu wagen, damit sein Glanz über uns aufgehen kann.  

Zum Mitdienen wurden Priester Schmid und Bezirksvorsteher Ritschard gerufen. Der Priester erwähnte, dass er in seinem Leben immer Advent habe, denn Advent sei die Erwartung auf die Wiederkunft Jesu Christi. Er ermutigte die Gemeinde, im Alltag stets mit dem himmlischen Vater in den Dialog zu treten. Dadurch entstehe ein ruhigeres Dasein, und wir könnten besser über den Dingen stehen. Der Bezirksvorsteher wies daraufhin, dass es Mut und Kraft erfordere, das gewohnte Umfeld zu verlassen. Sich auf dieses Wagnis einzulassen, lohne sich aber, denn dadurch könne die Liebe Gottes erlebt werden.  

Zur Überleitung auf die Feier des Heiligen Abendmahls ermutigte der Bischof die Gläubigen, Jesus nachzufolgen. Dadurch kommen wir nie zu kurz! Die Beziehung zu Gott kann auch da sein, wenn man sich von ihm verlassen fühlt. Als Beispiel erzählte der Bischof von einer blinden Frau aus dem Kongo, welche wir uns zum Vorbild nehmen können. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt mit dem Strassenverkauf von 10 Orangen am Tag. Als sie eines Tages angerempelt wurde und die Orangen wegkullerten, weinte sie. Da kam ein Mann und sammelte die Orangen für die Frau ein. Einige fehlten aber. Für die Frau bedeutete das einen grossen Verlust und das betrübte sie. Da gab ihr der Mann das Geld für die fehlenden Orangen, worauf die Frau dem Mann an die Wange fasste und fragte: «Bist du das Jesus?». Auch wir können mit der Hoffnung auf das Wirken Gottes durch unseren Alltag gehen. Am besten gelingt dies, wenn wir dies ohne Vorbehalte und feste Erwartungen tun.

Nach dem Heiligen Abendmahl wurde Priester Schmid in den Ruhestand versetzt. Als Dankeschön für sein Dienen trug der Chor während des Gottesdienstes Wunschlieder des Priesters vor.